2.4 Integration und Inklusion

Definition Integration:

„Integration als Ziel meint die bestmögliche Teilhabe des Behinderten an Familie, Beruf, Öffentlichkeit und gesellschaftlichen Prozessen, […] meint aber auch die Kompetenz und Erfahrungserweiterung bei Kindern mit Behinderungen, welche nur in der Gemeinschaft mit nicht behinderten Kindern möglich sind.(z. B. Erwerb sozialer Kompetenzen/ soziales Lernen)“ (zit. n.: Sächsisches Staatsministerium für Kultus; Handbuch zur Förderdiagnostik 2005, S. 100)

„Integration bedeutet, dass alle Kinder und Schüler in Kooperation mit einander auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau nach Maßgabe ihrer momentanen Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungskompetenzen in Orientierung auf die „ nächste Zone ihrer Entwicklung“ an und mit einem „ gemeinsamen Gegenstand“ lernen und arbeiten“ (zit. n.:Feuser 1994, S.22 in: ebd, S.101)

Definition Inklusion:

„Inklusion geht von einer vielfältigen Gesellschaft aus. Menschen unterscheiden sich voneinander – zum Beispiel in Herkunft, Aussehen, körperlicher Verfassung, Geschlecht oder Interessen. Inklusion will eine Gesellschaft, in der diese verschiedenen Menschen als gleichberechtigt miteinander leben können. Inklusion ist ein sich entwickelnder, niemals endender Prozess. Sie bezieht sich nicht nur auf den Bereich Bildung und nicht nur auf Menschen mit Behinderung.

Es geht darum, bestehende Strukturen und Angebote für alle zu öffnen, die bislang ausgeschlossen waren.“ (http://www.inklusion-in-sachsen.de/de/inklusion-und-brk/inklusion/index.php)

Grundlage für inklusive Bildungseinrichtungen ist der Artikel 24 der UN-Behindertenrechtskonvention. Dieser beinhaltet die rechtlichen und inhaltliche Vorschriften für die Umsetzung der Bildung und Erziehung von Menschen mit Behinderung.

Eigenes Verständnis:

Ausgehend vom oben dargestellten Leitbild sowie dem Bild vom Kind nehmen wir jedes Kind als gewolltes Geschöpf Gottes an. Nach unserem Verständnis erfolgt an der Christlichen Schule eine erfolgreiche Integration aller Kinder. Inklusion sehen wir als langfristige Zielstellung, die einem stetigen Entwicklungsprozess unterliegt. Gemäß den Bildungs- und Erziehungszielen werden die Kinder bewusst in ihrer Unterschiedlichkeit gefördert und zu einem offenen und toleranten Umgang mit Anderen befähigt.

Besonders unter diesem Aspekt ist die Integration von Kindern mit Behinderungen wichtiger Bestandteil der Christlichen Schule und Hort Dresden Zschachwitz. Alle Kinder sind Teil ihrer Lerngruppe unter der Verantwortung der jeweiligen KlassenlehrerInnen und ErzieherInnen. Sie lernen gemeinsam in ihrer Lerngruppe und erarbeiten Aufgaben gemäß ihres Lern- und Entwicklungsstandes in Abhängigkeit des Sächsischen Lehrplans für Grundschulen. Notwendige Förderung erhalten alle Kinder im Rahmen des Unterrichts, bei Bedarf auch als Einzel- oder Kleingruppenförderung. Diese Entscheidung trifft die Schule in Absprache mit den Eltern. Differenziertes Lernen wird durch die Doppelbesetzung von Lehrern bzw. von Lehrern und Erziehern ermöglicht, auch für Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf.

Förderbedarf, der über die schulischen Möglichkeiten hinaus geht, wird mit den Eltern abgesprochen und Lösungen werden gemeinsam gesucht. Bei Bedarf wird eine Schulbegleitung beantragt. Für die Organisation der notwendigen Therapien sind die Eltern verantwortlich. Die Kooperation der Schule mit den behandelnden Therapeuten ist wichtiger Bestandteil. Die Mitarbeiter der Christlichen Schule und des Hortes führen im Rahmen des Unterichtes keine Therapien durch.

Halbjährlich werden individuelle Förderpläne mit den wichtigsten Förderzielen und -maßnahmen erstellt. Diese sind Arbeitsmittel für die jeweiligen Lehrer und Erzieher und werden mit den Eltern und ggf. Therapeuten im Rahmen eines Förderplangesprächs besprochen. Für eine transparente Elternarbeit wird neben den regelmäßigen Gesprächen ein Integrationselternabend zusammen mit der weiterführenden Schule veranstaltet. Die Zusammenarbeit und Kommunikation mit dem Elternhaus ist wichtige Voraussetzung für eine gelingende Integration der Kinder.

Wichtiges Ziel ist für uns die soziale Integration unter Berücksichtigung der notwendigen Förderung in allen Bereichen.

Die Christliche Schule und der Hort sind offen für alle Kinder unabhängig ihres Förderschwerpunktes. Für interessierte Eltern findet ein Erstgespräch mit der Schulleitung sowie den Integrationsbeauftragten von Schule und Hort statt. Eine Entscheidung wird im Einzelfall getroffen und ist u.a. abhängig von den Kapazitäten der Lerngruppen und Mitarbeiter, sowie den räumlichen Gegebenheiten.

Zur Kooperation mit zuständigen FÖS und Behörden (Bildungsagentur, Jugend- und Sozialamt) wird als Ansprechpartner die Integrationsbeauftragte benannt. Sie nimmt u.a. an Aufnahme- und Übergabegesprächen bei Schulaufnahme und Schulwechsel teil.

Der Schulträger ist bemüht, die entsprechenden sächlichen und personellen Voraussetzungen für die Integration/ Inklusion von Kindern mit Behinderungen zu schaffen. Gleichzeitig ist die Schule an räumliche Rahmenbedingungen gebunden.

Im Hort der Christlichen Grundschule stehen 6 Plätze für die Integration von Kindern mit Förderbedarf zur Verfügung. Den Antrag stellen die Eltern beim Sozialamt in vorheriger Absprache mit den Integrationsbeauftragten des Hortes. Derzeit sind zwei Erzieherinnen mit heilpädagogischer Zusatzqualifikation für das Erstellen und Durchführen der Förderpläne sowie das Führen von Hilfeplangesprächen und die Zusammenarbeit mit der Schule und Therapeuten zuständig. Dies ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit an gemeinsamen Förderzielen. Das Hauptanliegen ist die soziale Integration innerhalb der Hortgemeinschaft. Darüber hinaus werden individuelle Bedingungen geschaffen, in denen sich Kinder mit erhöhtem Förderbedarf im Rahmen ihrer Möglichkeiten in der Gemeinschaft entwickeln und entfalten können.

Die Integration kann bei Bedarf und in Absprache an unserer weiterführenden Schule fortgeführt werden.