Hortkonzeption

Stand Dezember 2008

Das Kind steht als gewolltes und geliebtes Geschöpf Gottes mit seinen Fähigkeiten, Interessen, Neigungen und dem sozialen Umfeld im Mittelpunkt.

1. Einleitung

Im August 2004 nahm die Christliche Schule Dresden-Zschachwitz mit 38 Schülern in einer ersten und einer zweiten Klasse den Schulbetrieb auf. Im August 2008 wurde der Aufbau der Christlichen Schule beendet es besuchen 172 Kinder die Schule in 6 jahrgangsgemischten Lerngruppen und zwei 4. Klassen. Sie ist eine staatlich anerkannte Schule und versteht sich als Lebens- und Erfahrungsraum für Kinder unterschiedlicher Herkunft unabhängig ihrer Konfession.
Ziel der Schule ist es, die Kinder zur selbständigen und verantwortungsvollen Gestaltung ihres Lebens auf der Grundlage des christlichen Glaubens zu befähigen. Die Christliche Schule Dresden-Zschachwitz wird mit der Erziehung in einer starken, von der Liebe Gottes getragenen Gemeinschaft, in der das Kind unabhängig von seinen Leistungen geachtet und angenommen ist, Werte und Orientierung vermitteln.
Die Betreuung der Kinder wird durch eine ganzheitliche christliche Erziehung mit der gleichberechtigten Förderung von Denken, Fühlen und Handeln geprägt. Einen wichtigen Platz nimmt dabei die ästhetische Bildung ein, die durch Möglichkeiten für kreativ-schöpferische Tätigkeit bis hin zur bewussten Raumgestaltung erreicht wird.
Mit der Gestaltung eines schülerorientierten Unterrichts stärkt die Christliche Schule Dresden-Zschachwitz die Selbsttätigkeit und das Selbstvertrauen der Kinder sowie das Lernen in fächerübergreifenden Zusammenhängen.
Bei allem Tun steht das Kind als gewolltes und geliebtes Geschöpf Gottes mit seinen Fähigkeiten, Interessen, Neigungen und dem sozialen Umfeld im Mittelpunkt.
Das pädagogische Konzept der Schule basiert insbesondere auf der Fähigkeit jedes einzelnen Kindes zur selbstständigen Wissensaufnahme. Es ist gekennzeichnet durch fächerübergreifendes, projektorientiertes Lernen, welches die Freude und Motivation der Kinder fördert. Ausreichende Zeiten für Kreativität und Förderung der Motorik ergänzen das Schulkonzept.
Träger der Schule ist der Christliche Schulverein Zschachwitz e.V., der von einer Elterninitiative und Mitgliedern der Zschachwitzer evangelischen und katholischen Gemeinde am 27. Februar 2004 gegründet wurde. Mitglieder des Vereins sind sowohl Eltern der die Schule besuchenden Kinder als auch Vertreter aus den genannten Gemeinden. Die Belange der Schule und des Hortes werden vom Verwaltungsrat des Vereins in Zusammenarbeit mit der Schul- und der Hortleiterin geführt. Der Vereinsvorstand verantwortet insbesondere die finanzielle Sicherstellung des Schul- und Hortbetriebes und vertritt den Verein nach außen.
Es besuchen ca. 180 Kinder unsere Schule. Die Eltern der Kinder sind überwiegend selbst berufstätig bzw. betreuen noch mehrere Kinder zu Hause. Deshalb werden ca. 80% der Kinder eine Betreuung vor und nach dem Unterricht und in den Ferien benötigen. Das Hortangebot soll dabei die pädagogischen Intensionen und die christlichen Grundlagen der Schule aufgreifen, ergänzen und erweitern.
Der Christliche Schulverein Zschachwitz übernahm deshalb ab dem Schuljahr 20005/06 auch die Trägerschaft des Hortes. Der Hort dient im Sinne des Kindertagesstättengesetzes der selbst gestalteten und eigenverantwortlichen Freizeitbetätigung während der unterrichtsfreien Zeit. Er bietet den Kindern die Chance, eine altersgerechte, kreative, abenteuerliche und verantwortungsbewusste Kindheit zu erleben.

2. Bildungs- und Erziehungsziele

Auch im Hort steht das Kind als gewolltes und geliebtes Geschöpf Gottes im Mittelpunkt. Ziel ist die ganzheitliche und freie Entfaltung des Kindes zu einem lebenstüchtigen und lebensfrohen Menschen.
Eine zunehmende Zahl von Einzelkindern und Alleinerziehenden engt die Möglichkeit der Erfahrung von Gemeinschaft in einer größeren Gruppe ein. Der Hort stellt deshalb eine bewusste Erweiterung der familiären Beziehungswelt dar und fördert insbesondere Schlüsselkompetenzen, die für das Leben in der Gemeinschaft entscheidend sind, wie:

  • Fähigkeit zur Kommunikation, Zusammenarbeit und Konfliktbewältigung
  • Selbständiges und eigenverantwortliches Handeln und Lernen
  • Verantwortlicher, maßvoller Umgang mit der Schöpfung
  • Gesundes Selbstbewusstsein und die Fähigkeit seine Talente und Grenzen zu erkennen
  • Kreativität und handwerkliches Geschick
  • Fähigkeit zu Besinnung und Stille
  • Kompetenz, sich ihr Territorium zu erschließen und alle Möglichkeiten der Freizeitgestaltung zu nutzen.

Wesentliches Element der pädagogischen Arbeit im Hort stellt dabei das Erlernen des Umgangs mit Freiheit dar und die Erarbeitung und Einhaltung von Regeln dar.

3. Geistliche Inhalte

Grundlage aller Pädagogik und Gemeinschaft ist die Bibel als das Wort Gottes.
Die Gemeinschaft von Kindern, Elternhaus und Erzieher/innen vermittelt eine von Gott getragene Geborgenheit, in der sich die Kinder frei entwickeln, Glauben lebendig erfahren und sich damit kritisch auseinandersetzen können.
Die Beziehung aller zur Gemeinschaft gehörenden Personen zeichnet sich durch Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Eigenverantwortlichkeit und Verantwortungsbewusstsein aus. Sie orientiert sich dabei am biblischen Menschenbild, welches den Menschen realistisch mit seinen Stärken, Schwächen und Verfehlungen im Lichte der Vergebung Gottes sieht.
Gottesdienste, Andachten und Gebet sind feste Bestandteile des Hortalltages. Diese werden ökumenisch gestaltet. Die inhaltliche Gestaltung der Hortarbeit orientiert sich dabei an den Festen und Höhepunkten im Kirchenjahr.

4. Methoden

Im Mittelpunkt der pädagogischen Arbeit im Hort steht das Erlernen des Umgangs der Kinder mit Freiheit. Die Kinder planen und organisieren ihre Freizeitgestaltung  ,unter Anleitung der ErzieherInnen, selbst und erarbeiten sich dazu feste Regeln. Sie finden sich in jahrgangsübergreifenden Spiel- und Interessengemeinschaften zusammen und können die Räume des Hortes, das Außengelände und die Umgebung selbstständig nutzen. Die Erzieher/innen sind Begleiter und Beobachter, geben Impulse und reflektieren. Weitere Elemente der Methodik sind:

  • themenspezifische musische und künstlerische, praktisch-technische sowie spiel-, sport- und bewegungsorientierte Angebote in Form von Arbeitsgruppen, Werkstätten - eingebettet in die Nachmittagsbetreuung und zugänglich für alle Kinder
  • Angebote und Werkstätten orientieren sich am situationsorientierten Ansatz und greifen die Erfahrungswelt des Kindes auf
  • gut strukturierte Ausstattung des Hortes mit Lernmaterialien, die Eigenkontrolle und Selbsteinschätzung ermöglichen
  • freie Verfügbarkeit der Lehr- und Lernmittel der Schule auch während der Hortzeit
  • Beteiligung der Erzieher/innen am Unterricht
  • von Lehrer/innen und Erzieher/innen gemeinsam begleitete Übungszeit statt herkömmlicher Hausaufgabenbetreuung
  • zusätzlich: das Angebot einer begleiteten Wochenhausaufgabenbetreuung für Dritt- und Viertklässler.

In den Ferien werden neben freiem Spiel und gemeinsamen Unternehmungen auch themenspezifische Projekte (Theater, Kreativitätswerkstatt usw.) angeboten.
Ferien stehen unter einem Thema, an dem sich alle stattfindenden Angebote orientieren. Der Tag beginnt mit einer themenorientieren Andacht. Im Tageslauf findet eine Aktion zum Thema statt, die die Bedürfnisse der Kinder nach Bewegung, Ruhe, Bildung und Kreativität berücksichtigt.

5. Elternarbeit

Der Hort möchte mit den Eltern eine Erziehungspartnerschaften bilden und sie bei der Erfüllung ihres Erziehungsauftrages unterstützen. Eltern werden in die inhaltliche und organisatorische Gestaltung des Hortes einbezogen. Die aktive Mitarbeit im Bereich der themenspezifischen Angebote, bei der Vorbereitung und Durchführung von Projekten, Festen und Wanderungen sowie der Raumgestaltung und der Herstellung und Pflege von Arbeits- und Beschäftigungsmaterial ist unentbehrlich. Die Elternmitbestimmung wird über eine Elternvertretung realisiert. Regelmäßige Kommunikationsmöglichkeiten durch Elternabende, Foren, Gespräche mit den Erzieher/innen, Gestaltung gemeinsamer Projekte schaffen eine Atmosphäre des gegenseitigen Vertrauens und des Lernens voneinander.

6. Erzieher/innen

Das Bildungs- und Erziehungsziel und die Methodik des Hortes stellen hohe Anforderungen an die persönliche, fachliche und soziale Kompetenz der Erzieher/innen. Sie sind Bezugspersonen der Kinder und Eltern und prägen mit ihrer Persönlichkeit entscheidend die christliche Gemeinschaft der Schule und des Hortes. Die Erzieher/innen sollen deshalb neben dem Nachweis des erforderlichen Abschlusses als staatlich anerkannte/r Erzieher/in oder Diplom-Sozialpädagoge/in:

  • Mitglied einer Kirche, Gemeinde oder christlichen Gemeinschaft innerhalb der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen sein und aktiv am Leben dieser Gemeinde/Gemeinschaft teilnehmen
  • christliche Wertmaßstäbe glaubhaft vorleben
  • Erfahrung in der Umsetzung reformpädagogischer Methoden haben bzw. bereit sein, sich diese anzueignen.

Die Teamarbeit der Erzieher/innen gestaltet sich aus dem Glauben. Gemeinsame Planung der Arbeit und auch deren Reflektion sind hauptsächliche Bestandteile der Zusammenarbeit.
Vom Träger werden zur Schaffung einer hohen fachlichen Kompetenz regelmäßige Fortbildungen und der Zugang zu Fachliteratur gewährleistet.
Die Fachberatung erfolgt durch das Diakonische Amt: Kindertagesstätten.
Für organisatorische Fragen und Belangen finden wöchentliche Dienstberatungen statt.  Im zwei Wochen Rhythmus finden pädagogische Beratungen in Form von QM- Beratungen statt. Für Fallberatungen und Teamfindungsprozesse werden Zeiten geschaffen.
Einmal im Jahr findet ein pädagogischer Teamtag als Selbstbildungsveranstaltung statt.
Jede Erzieherin arbeitet während des Einsatzes in der Unterrichts- und Hausaufgabenzeit in einer festen Lerngruppe und kann so intensiv Beziehungen zu den Kindern der Lerngruppe aufbauen.

7. Rahmenbedingungen

7.1. Kinderzahlen
Im Schuljahr 2005/06 nahm der Hort der Christlichen Schule Dresden-Zschachwitz 45 Kinder auf.  Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 können 150 Kinder in den Hort aufgenommen werden.
Es werden Schulkinder der ersten bis vierten Klassenstufe betreut.

7.2. Raumprogramm
Die Hortbetreuung findet im gleichen Gebäude wie der Schulunterricht statt. Dabei handelt es sich um ein ca. 1980 erbautes Gebäude in Plattenbauweise auf der Zschierener Straße 5. Ehemalige Klassenräume werden als Horträume genutzt. Die Räume sind so eingerichtet, dass sie den Kindern Bereiche des Lernens, der Erholung, der kreativen Beschäftigung und auch Individualbereiche bieten.
Alle Räume der Schule und des Hortes werden in Doppelnutzung genutzt und sind so eingerichtet, dass sie den Bedürfnissen der Kinder in verschiedenen Lern- und Lebenssituationen entsprechen. Auch die Lehr- und Lernmittel der Schule können zur Nachmittagsbetreuung mitgenutzt werden.
Weiterhin steht ein großzügiges Außengelände mit Klettergerüst,    Basketballfeld und Sandspielfläche zur Verfügung. Ein Schulgarten lädt die Kinder zum Mitmachen ein. Auch im Außengelände gibt es Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder. Durch aufgestellte Sitzmöbel ist es möglich, Angbote sowie auch die Vesper nach draußen zu verlagern.  Angrenzend an das Außengelände, und von diesem gut erreichbar, befindet sich ein Waldpark mit sehr altem Baumbestand und einem Abenteuerspielplatz, der täglich genutzt wird.

7.3. Öffnungszeiten
Die Hortbetreuung findet von Montag bis Freitag von 6.45 Uhr bis 7.45 Uhr und von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr statt. In den Ferien werden die Kinder in der Zeit von 6.45 Uhr bis 17.00 Uhr betreut. Schließzeit: gesetzliche Feiertage zwischen Weihnachten und Neujahr, sowie 3 Wochen Sommerpause.

7.4. Kosten
Der Elternbeitrag richtet sich nach der Satzung der Landeshauptstadt Dresden. Eine Ermäßigung kann bei entsprechendem Bedarf beantragt werden.
Zusätzlich wird für jeden Monat pauschal ein Verpflegungsgeld von 3,50 EUR  pro Kind erhoben.
Das Mittagessen wird von einem externen Essenanbieter bezogen. Die Kosten werden direkt zwischen den Eltern und der Essenfirma abgerechnet.

7.5 Konzept des Mittagessens
Der ausgesuchte Essenanbieter bietet eine an die Vollwertküche angelehnte Kost an, mit einem hohen Bio-Anteil.
Das Mittagessen nehmen die Kinder gemeinsam in ihren Lerngruppen ein, in familienähnlicher Atmosphäre. Jedes Kind kann selber bestimmen, wieviel es essen möchte. Das Essen wird in Schüsseln auf den Tischen bereitgestellt. Die Tisch werden von den Kindern selbständig gedeckt. Die Vor- und Nachbereitung und Verteilung des Essens erfolgt über eine angestellte Küchenkraft.

8. Zusammenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit

Aus der Schul- und der Hortkonzeption heraus ergibt sich eine enge Zusammenarbeit der Schule und des Hortes. Inhaltliche Arbeit und Projekte werden gemeinsam in den einzelnen Lerngruppen geplant und umgesetzt. Es erfolgt eine reger fachlicher Austausch. Der Einsatz der Erzieher/innen in Unterrichtsabschnitten der Schule dient dem Kennenlernen der Hortkinder in unterschiedlichen Lernsituationen und dem Erkennen des individuellen Förderbedarfes einschließlich dessen Deckung im Schul- und im Hortbereich.
Die größtenteils übereinstimmende konzeptionelle Ausrichtung der Horte des Christlichen Kinderhauses Zschachwitz und der Christlichen Schule Dresden-Zschachwitz ermöglichen ebenfalls eine enge Zusammenarbeit in Form von gemeinsamen Projekten, gegenseitigem Vorstellen von Lernergebnissen und dem regen fachlichen Austausch.
Die Zusammenarbeit mit der evangelischen und katholischen Kirchgemeinde Zschachwitz bereichert sowohl das Gemeindeleben, als auch in das Leben des Hortes.
Weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben sich mit dem Hort der 65. Grundschule und dem in unmittelbarer Nähe gelegenen Soziokulturellen Zentrum Putjatinhaus. In unserem Haus stellen wir auch Räume für privaten Instrumentalunterricht zur Verfügung.
Es besteht weiterhin eine Zusammenarbeit mit dem Altenheim in unmittelbarer Nähe der Schule, die Kinder besuchen alte Menschen, die wenig persönlichen Besuch bekommen und nehmen an Spielnachmittagen teil. So ist ein generationsübergreifendes Projekt entstanden.
Die Arbeit des Hortes soll regelmäßig öffentlich bekannt gemacht werden. Dies wird durch die Gestaltung von Projekten in der Öffentlichkeit, durch regelmäßige Pressemitteilungen und Artikel in den Gemeindebriefen und Stadtteilzeitungen realisiert.
Arbeitsgemeinschaften erfolgen auch in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen.

9. Reflektion und Konzeptionsentwicklung

Die Erzieher/innen reflektieren regelmäßig und unter Einbeziehung der Lehrer/innen und der Elternvertreter die Umsetzung der Konzeption.
Ausgehend von den Ergebnissen der Reflektion wird die Konzeption vom Verwaltungsrat des Christlichen Schulverein Zschachwitz e.V. überprüft und gemeinsam mit den Erziehern/innen, Lehrern/innen und Elternvertretern ergänzt und weiterentwickelt.

Anlage
Hortordnung als Bestandteil der Konzeption

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